Der Seelentröster Schokolade

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Wenn wir an unseren Schokoladekonsum denken, sind wir in gewisser Weise auch so etwas wie Pawlowsche Hunde, Sie müssen sich nur einmal folgendes Szenario vorstellen:
Sie sind ein Kind und bekommen zu jedem Geburtstag die feinsten Käsesorten geschenkt. Immer wenn Sie sich verletzen, kümmert sich Ihre Mutter außerordentlich um Sie und gibt Ihnen sofort Käse zum Trost. Alle Mitschüler kaufen sich in der großen Pause Käse und Käsesemmeln und kleine Käsespieße und immer, wenn Sie Ihre Oma mal besuchen müssen, hat Sie schon den Tisch für Käsefondue nur für Sie vorbereitet. Vergessen dürfen wir auch nicht den Käse, den Sie bei jeder guten Leistung bekommen, die Sie erzielen.
Stellen Sie sich vor Sie sind in dieser Käsewelt erwachsen geworden, hatten einen miesen Tag und wollen sich selber etwas Gutes tun. Natürlich: Sie kaufen Käse! Denn Käse steht bei Ihnen für Belohnung und Trost – es wird zu einem Objekt der Begierde.
Eigentlich steht es nicht anders um unsere Schokolade. Uns wird es derartig antrainiert Schokolade zu mögen, dass wir gar nicht mehr anders können. Der Unterschied zwischen Käse und Schokolade ist eigentlich nur, dass man sich früher Käse viel eher leisten konnte als Schokolade und letztere dadurch eine Seltenheit in den Essgewohnheiten war. Sie hat sich über die Jahrhunderte hinweg jedoch bewährt und ist ein beliebtes Geschenk, ein einfühlsamer Trostspender und eine verdiente Belohnung.
Zu vergessen sind hier natürlich auch nicht die stimmungsaufhellenden Mittel, die für uns ungefährlich, aber dennoch zahlreich in der Schokolade vorhanden sind (man müsste allerdings tausende Tafeln essen, um in einen richtigen Rausch zu kommen). Es gibt außerdem noch viele Abhandlungen über die Inhaltstoffe der Schokolade, wobei man sagen muss, dass die meisten Stoffe viel zu gering in der Schokolade vorhanden sind, um wirklich eine Rolle zu spielen.
Aber trotz der Erkenntnis, dass uns die Schokolade eigentlich nur anerzogen ist und dass sie eigentlich doch ungesund ist, schadet es sicher nicht, wenn wir uns hin und wieder ein Stück (oder Reihe oder Tafel) genehmigen. Schließlich kann man sich nicht immer nur von seiner Schokoladenseite zeigen.
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