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9 1/2 Monate - EM Babyboom?



Babyboom
Wien (OTS) - Nach der WM in Deutschland kam es neun Monate später zu 10-15% mehr Geburten. Als Grund dafür wird die Euphorie gesehen, die während der WM aufgekommen ist. Diese Euphorie kurbelt unsere Sexualhormone an und was liegt näher, als die überschäumende Freude durch Sex auszuleben? Und wer denkt in dieser Stimmung schon an so etwas wie Verhütung?

Menschen, die unter Stress stehen, haben bekanntlich keine Lust auf Sex. Stress schaltet unseren Körper ja auf Notbetrieb. Genau das Gegenteil passiert, wenn wir uns freuen. Zum Beispiel darüber, dass unsere Lieblingsmannschaft gewinnt: Botenstoffe wie Serotonin und die Endorphine bringen die Botschaft ans Gehirn, dass Euphorie, Glücksgefühl Freude ausgebrochen sind.

Die Nachricht "Hurra! Wir haben gewonnen!" lässt uns aufspringen, jubeln, einander in die Arme fallen - und: fördert die Durchblutung aller Organe, die Bildung verschiedener Hormone wie auch der Geschlechtshormone wird angekurbelt, unsere Lebensenergie fließt schneller und reichlicher durch den ganzen Körper, alle Funktionen sind in Hochform. "Besonders die Sexualenergie erhält einen zusätzlichen Schub und Auftrieb durch das Glücksgefühl", erklärt Diplomenergetikerin Annette Zischka. Wir wachsen über uns hinaus. Schließlich werden bei der Freude über ein Tor oder den Sieg dieselben Stoffe ausgeschüttet, die auch die treibenden Kräfte hinter der sexuellen Erregung und dem Verliebt sein stehen. Was liegt näher, als die überschäumende Freude durch Sex auszuleben?

"Gut gelebte Sexualität ist auch immer ein Zeichen von Vitalität so wie ein tolles Fußballspiel auch Ausdruck von Vitalität ist", erklärt Mag. Barbara Laschalt Klinische Gesundheitspsychologin. Wobei Ausnahmesituationen wie eine emotionale Hochstimmung vom Partner gerne (be)nutzt um mehr daraus zu machen und verloren gegangene Aktivitäten beim Sex neu zu beleben. Die Spontaneität der Reaktion reduziert die Denkleistung und an Verhütung wird dann in einer derartigen Situation nicht gedacht.

"Es gibt noch immer viele, vor allem junge Frauen, die nicht ausreichend über Verhütung informiert sind," weis Dr. Claudia Linemayr-Wagner Gynäkologin und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF). "Obwohl seltener Pannen mit dem Kondom als mit der Pille passieren, ist das Vertrauen in das Kondom als Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft nicht sehr hoch" zitier Dr. Claudia Linemayer-Wagner ein Teilergebnis der im Herbst erscheinenden Studie der ÖGF über das Verhütungsbewusstsein von Klientinnen der First Love Beratungsstelle. Obwohl Kondom und die Pille, die gängigsten Verhütungsmittel sind, wissen viele Frauen nicht was nach einer Verhütungspanne (bei der Pille z.B. durch Erbrechen, Durchfall oder die Einnahme von Antibiotika hervorgerufen) zu tun ist. Derartige Pannen könnten durch moderne Verhütungsmethoden wie etwa der Verhütungsring oder das Pflaster verhindert werden. Die ÖGF hat deshalb auch für Schulen ihren Verhütungskoffer neu aufgelegt, um den Jugendlichen eine zeitgemäße Form der Vermittlung von Verhütung anzubieten. "Eine verstärkte Aufklärung über die vielfältigen individuellen Methoden der Verhütung reduziert die ungünstigste Methode, den Schwangerschaftsabbruch", so Univ. Prof. Dr. Christian Egarter, Leiter der Abteilung für Forschung und Ausbildung der Universitätsfrauenklinik Wien.

Die Bewusstseinsoffensive für individuelle Verhütung ist eine Plattform unterschiedlicher Organisationen die sich mit dem Thema Frauengesundheit befassen. Ihr gehören an: die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF), die Österreichische Gesellschaft für Sexualmedizin, der Berufsverband der Gynäkologen und die Medizinische Universität Wien.