El Tajín, die präkolumbische Stätte (Mexiko)
Mehrere Pyramiden liegen in der präkolumbischen Stätte südwestlich von Papantla in Veracruz, Mexiko. Auch heute noch zeigen in El Tajín Männer ein uraltes Fruchtbarkeitsritual.
Den Namen hat El Tajin aus der Sprache seiner Ureinwohner den Totonaken geerbt, hiernach bedeutet El Tajin der Donner. Erstmals trat es im 18. Jahrhundert bei den spanischen Behörden in Erscheinung, die eigentlich nur auf der Suche nach illegalem Tabakanbau waren. Teilweise wurde die Stadt nun ausgegraben und erforscht, die meisten Geschichten über El Tajin sind jedoch im Laufe der Zeit verloren gegangen. Aufgrund seiner Größe ist jedoch bekannt, dass es sich um eine sehr mächtige Stadt gehandelt haben muss, die einen großen zeremoniellen Stand hatte.
Das wohl wichtigste Bauwerk ist die Nischenpyramide. Wie der Name schon sagt, sind in ihr unzählige Nischen zu finden, einzigartig in seinen Ausmaßen in ganz Amerika.
Bekannt ist El Tajín auch durch sein kulturelles Ballspiel, was möglicherweise mit Menschenopferungen endete. Bei diesem Spiel mussten die Mannschaften (die Anzahl der Spieler ist nicht bekannt; es gibt allerdings Abbildungen, die insgesamt vier Personen zeigen) den Ball mit der Hüfte in einen hochgelegenen Ring befördern. Dieser Ball war ein harter Kautschuk-Ball, weshalb die Spieler auch einen großen Gürtel, von welchem steinerne Abbildungen existieren, trugen. Es wird angenommen, dass entweder die Verlierer oder die Sieger anschließend geköpft wurden, wobei feststeht, dass die rituelle Opferung damals als große Ehre galt. Heute existieren noch 10 Ballspielplätze. Der bekannteste ist der Juego de Pelota Sur mit 60 m Länge.
uch heute noch wird in El Tajín mehrmals am Tage ein altes Fruchtbarkeitsritual der Totonaken gezeigt, der Danza del Volador. Vier Männer (Voladores) symbolisieren die vier Winde, ein fünfter Mann gilt als Symbol der Sonne.
Tanzend bewegen sich die vier Männer auf den Stamm zu. Sie begrüßen den Stamm und umkreisen ihn mehrmals. Dann begeben sich die vier "Winde" auf die Spitze des Stamms.
Als letzter klettert der fünfte als "Sonne" auf die Spitze des Stammes. Er setzt sich gen Osten und beginnt, mit einer kleinen Trommel und einer Flöte zu spielen, während die 4 Winde sich drehend das Seil um den Unterleib wickeln. Die Sonne begrüßt nun die vier Himmelsrichtungen mit ihrem Spiel. Sie wendet sich diesen nacheinander zu und tanzt auf der Spitze. Danach lassen sich die vier Winde kopfüber langsam mit 13 Drehungen auf die Erde nieder. Die Sonne spielt während dieser Zeit die Trommel und Flöte. Nachdem die vier Winde die Erde erreicht haben, begibt sich die Sonne am Stamm oder über eines der Seile auf die Erde nieder.
Dieses Ritual diente früher der Vorbereitung von Jünglingen zwischen 20 und 25 Jahren. Die Voladores begaben sich eine Woche vor dem Ritual auf die Suche nach einem geeigneten Baum. Vor dem Fällen tanzten sie ihm zu Ehren und baten um die Erlaubnis für das Fällen. Erst dann wurde der Baum mit großer Vorsicht gefällt, damit ihm so wenig Schmerzen wie möglich zugefügt werden. Der ausgesuchte Baumstamm musste mindestens 25 m hoch und die Seillänge genau abgemessen sein, damit die Voladores exakt 13 Umkreisungen des Stammes erreichen, welche einen Zeitraum von 52 Jahren symbolisieren.
Die Kleidung der Voladores ist auch heute noch eine rote Hose, ein weißes Hemd, ein rotes Band um die Hüften sowie ein Federkopfschmuck.
Quelle: Wikipedia
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