In Sichtweite von Mallorca: Paradiesische Insel Cabrera

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In Sichtweite von Mallorca liegen die „Ziegeninseln“ etwa 13 km südlich der Hauptinsel der Balearen. Cabrera ist die einzig bewohnte und größte Insel eines kleinen Archipels aus 18 meist kleinen felsigen Inselchen. Seit 1991 ist Cabrera ein Nationalpark. Seinen Beinamen die „Ziegeninseln“ hat die kleine Inselgruppe von ihren Hauptbewohnern, nämlich wilden Ziegen. Sie sorgen mit ihrem Appetit dafür, dass das junge Grün der Inseln fleißig abgegrast wird. Entsprechend kahl und felsig wirken die kleinen Eilande.
Ebenso verkarstet und felsig wirkt auch die von Fjorden durchzogene Insel Cabrera. Die mit 17 km² größte der Ziegeninseln weißt neben ihren Hauptbewohnern auch eine Handvoll Menschen auf, die sich am Ende eines herrlichen Naturhafens angesiedelt haben. Besiedelt war die Insel in ihrer Vergangenheit schon häufig. Nachdem Cabrera mit dem Anstieg des Meeresspiegels vor ca. 15.000 Jahren von Mallorca abgetrennt wurde, bekam die Insel nachweislich Besuch von den Phöniziern und von den Karthagern. Auch den Römern war die Insel bekannt, Plinius vermutete hier sogar den Geburtsort Hannibals. Im weiteren Verlauf der Geschichte geriet Cabrera auch unter byzantinische Herrschaft. Unter dem Einfluss der Herrscher Aragons im 14.Jahrhundert erhielt Cabrera eine Burganlage über dem Hafen, um sich vor den gefürchteten Piratenüberfällen schützen zu können.
Die Einrichtung eines Nationalparks 1991, die damit verbundene Regulierung des Besucherstroms sowie strenge Verhaltensregeln sorgen dafür, dass hier eines der letzten Naturparadiese des Mittelmeeres erhalten geblieben ist. Neben Fischadlern und der Korallenriffe fühlen sich Wander- und Eleonorenfalken auf der Insel wohl, die mit ihren schroffen Felsformationen für gute Nistmöglichkeiten sorgt. Im Wasser sorgen ausgewiesene Ankerverbotszonen für eine weitgehend intakte Meeresflora und -fauna. Tauchgänger können hier mit etwas Glück Delfine und Meeresschildkröten sehen, manchmal sogar auch Wale. Ein Highlight nicht nur für Taucher ist die Grotte Cova Blava. In der Cala Gandulf gelegen, ist sie nur vom Meer aus zu erreichen. Das Boot, das regelmäßig die Besucher von Mallorca abholt, fährt auf der Rücktour durch diese so genannte „blaue Grotte“. Tourismus besteht auf der Insel praktisch nicht. Unser Surftipp für Reisende: Urlaub Mallorca
Dementsprechend beeindruckt sind Besucher immer wieder von der Ruhe und der sich selbst überlassenen Natur des Eilandes. Touristen, die mehrere Tage auf der Insel verbringen wollen (bis zu 7 Tage sind je nach Jahreszeit erlaubt) müssen im Zelt oder der freien Natur nächtigen. Ein Hotel gibt es nicht. Am Hafen gibt es eine Bar, in der man zumindest einen Snack oder ein Frühstück bekommt. Wer mit dem eigenen Boot anreist, sollte bedenken, dass es auf Cabrera keine Möglichkeit gibt, seine Vorräte zu ergänzen. Generell ist der private Besuch der Insel mit dem Boot genehmigungspflichtig, die Anzahl dieser staatlichen – aber kostenlosen – Genehmigungen ist auf 50 begrenzt. Und natürlich müssen die Vorschriften des Meeres- und Landschaftsschutzgebietes beachtet werden. So darf zum Beispiel in einigen Buchten nicht geankert, sondern nur an den vorhandenen Bojen festgemacht werden.In den letzten 10 Jahren hat sich das Interesse an einem Besuch dieser romantischen Insel nahezu verdoppelt. Mallorca – Besuchern, die auf der Suche nach der Ursprünglichkeit der Balearen sind, sei ein Tagesausflug zu den „Ziegeninseln“ ans Herz gelegt.
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