vermischte Themen Home * zur Startseite
Beiträge zu anderen Themen

Bauernbackofen Eigenbau - Holzbackofen



Backofen - Quelle: fotolia
Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen Holzbackofen selbst zu bauen, braucht nicht zwingend sehr viel handwerkliches Geschick um dieses Vorhaben auch verwirklichen zu können und sich und seine Gäste mit fantastischen gebackenen Dingen zu erfreuen. Die Vorbereitung sollte soweit abgeschlossen sein, das man alles beisammen hat, was man für den Bau benötigt.
Für meinen Ofen benötigte ich:
Ca. 800 alte Vollziegel/Backsteine
Ca. ½ Tonne fetten Lehm
Ca ½ Tonne Kies
20 Schamottplatten aus alten Öfen

Hat man eine geeignete Stelle für den Ofen gefunden, kann man damit beginnen die Stelle auszuwinkeln. Es werden an jeder der zu errichtenden Ecken drei Pflöcke in die Erde geschlagen, die dann mit Brettern miteinander verbunden werden. Auf der oberen Seite werden dann die Winkelschnüre so gelegt, dass sie relativ stramm sind, auf allen vier Seiten.

Dann kann man mit dem Auswinkeln beginnen. Es werden auf jede Schnur zwei Knoten gebunden, die so verschoben werden, das einer ab dem Punkt wo die Schnüre sich kreuzen 60 cm weg ist und der zweite 80 cm. Ist dann der Abstand zwischen den beiden Knoten genau einen Meter, haben wir einen rechten Winkel, also werden die Schnüre so lange weiter verschoben, bis auf allen vier Ecken ein rechter Winkel entstanden ist. Das kann schon manchmal eine Weile dauern, ist aber wichtig damit wir eine vernünftige Grundlage für die weiteren Arbeiten haben.

Ist das dann geschafft, kann geschachtet werden. Ich habe absichtlich auf ein Fundament aus Beton verzichtet und mich für den traditionellen Feldstein in Kies entschieden, was ich auch nach den langen kalten Wintern nicht bereut habe. Es kann aber auch ein Fundament aus Beton hergestellt werden, was sicher schneller von statten geht. Dann werden die Ecken angelegt, welche mit Hilfe einer Wasserwaage so gesetzt werden, das sie mit den Schnüren im Lot sind. Das Loch welches ich vorn in meinen Ofen eingebaut habe ist nicht notwendig, es kann da auch durchgemauert werden, aber sollte man dieses Loch wünschen, dann braucht man eine entsprechende Schablone, welche mittig auf die Wand gestellt wird und die dann übermauert wird. In meinem Ofen steht da die Musik und das Gewölbe darüber bildet einen herrlichen Klangkörper. Die Mauern haben eine Stärke von 24 cm, bedeutet einen ganzen Stein und werden nun auf Höhe gemauert, die etwa 75 cm beträgt, bis man sich daran macht das erste Gewölbe zu errichten. Auch hier benötigt man eine Schablone, auf der dann gemauert wird. Wichtig ist, dass es entgegengesetzt um 90 Grad zum oberen Gewölbe errichtet werden muss!

Das Gewölbe muss so gemauert werden, dass die Steine hochkant noch auf dem Mauerwerk liegen, um die nötige Stabilität auch zu erreichen. Außen werden dann noch zwei Schichten aufgemauert und man sollte dann auf Höhe des Gewölbes sein. Nun muss ein jeder für sich entscheiden, was für ihn eine angenehme Arbeitshöhe ist. Ich habe dann die Schamottplatten in nassem Lehm verlegt und alles auf eine einheitliche Höhe gebracht. Dann kann man damit beginnen das große Gewölbe, die Backkammer in Angriff zu nehmen, aber auch hier benötigt man eine entsprechende Schablone, die man sich selbst herstellen kann. Ich habe meine auf Steine gestellt, um mit dem Backraum etwas an Höhe zu gewinnen, auch hier kann man noch probieren bis man seine gewünschte Höhe gefunden hat. Wenn es dann mit dem mauern losgehen soll wird die erste Schicht, die auf den Unterbau gesetzt wird nicht mit Lehm gemauert, sondern auf etwa einem halben Zentimeter Kies, damit sich das Gewölbe später ausdehnen kann und den Unterbau nicht auseinander drückt. Wichtig ist auch, das Lehm verwendet wird und kein anderer Mörtel. Selbst Feuerfest-Mörtel ist nur begrenzt diesen Temperaturen gewachsen. Eine geeignete Tür für den Ofen sollte man sich von einer Schlosserei anfertigen lassen, wobei bedacht werden muss, das auch Temperaturen über 500 Grad zu bewältigen sein müssen, ohne das es beim Material zu verwerfungen kommt.

Gastautor: Maxe69