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Special: Ganz im Süden Afrikas

Geschichte Südafrika


Ur- und Frühgeschichte

Im Gebiet des heutigen Südafrika wurden die bisher ältesten frühmenschlichen Überreste, der Australopithecus africanus gefunden. Die ältesten dieser Funde sind nach Expertenschätzungen ca. 3,5 Millionen Jahre alt. Danach lebten in der Region spätere menschliche Gattungen und schließlich der Homo sapiens, der moderne Mensch.

Vorkoloniale Zeit

Soweit bisher bekannt ist, lebten in der Region urspünglich die Völker der San und Khoikhoi. Vor ca. 20.000 Jahren wanderten Bantuvölker über den Limpopo ein und drängten die San und Khoikhoi zunehmend zurück. Die ersten Europäer, die in das Gebiet vordrangen, fanden die San und Khoikhoi als Jäger und Sammlerkulturen und die Bantuvölker als Bauern und Hirten vor.

Die erste europäische Niederlassung wurde 1652 von der Niederländischen Ostindien-Kompanie am Kap der Guten Hoffnung gegründet, die sich im Verlauf des 17. Und 18. Jahrhunderts stetig vergrößerte. Zunächst drangen niederländische Siedler in die Gebiete der San, Khoikhoi und Bantu ein. Dies löste z.T. blutig Konflikte, besonders mit den Xhosa, aus. Aus Indien, Indonesien und Madagaskar holten die Niederländer Sklaven. Ihre Anzahl überstieg bereits Mitte des 18. Jahrhunderts die der europäischen Siedler. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verloren niederländische Händler zusehends an Bedeutung. Nach der Besetzung Hollands durch Napoléon Bonaparte wurde die Batavische Republik gegründet, die nicht mehr mit den Briten verbündet war. Um den strategisch wichtigen Handelspunkt am Kap nicht an die Franzosen abgeben zu müssen, besetzten 1797 Truppen aus Großbritannien das Gebiet.

Kolonialzeit

1806 wurde eine britische Kronkolonie errichtet, was eine rasche Besiedelung der Region durch Briten zur Folge hatte. 1833 schaffte das Britische Parlament im weltweiten Einflussgebiet Großbritanniens die Sklaverei ab. Die Siedler niederländischer Abstammung, die Buren, sahen sich davon existenziell bedroht und wichen ins Hinterland aus, um dort weiterhin Nicht-Weiße ausbeuten zu können. Den Voortrekkern, den burischen Pionieren, folgten zwischen 1835 und 1841 im so genannten Großen Treck 14.000 Buren und ließen sich nördlich des Oranje-Flusses (Orange River) nieder.

Burenrepubliken und Burenkriege

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Burenrepubliken (Südafrikanische Republik und Oranje-Freistaat) gegründet. Die Funde von Gold- und Diamantenvorkommen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu einer vermehrten Einwanderung aus Europa. Daraus resultierten einerseits wirtschaftliches Wachstum, andererseits noch mehr Benachteiligung und Ausbeutung der indigenen Bevölkerung.

Britische Expansionsbestrebungen mündeten im Ersten Burenkrieg (1880–1881), den die Buren, trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit, für sich entscheiden konnten. Im Zweiten Burenkrieg (1899–1902) ging es in erster Linie um die Goldresourcen am Witwatersrand. Der Krieg endete mit einem Sieg der Briten. Beide Burenrepubliken wurden in das Britische Königreich eingegliedert. Den Buren wurde jedoch niederländisch als Amtssprache zugesichert. Zudem wurden ihnen besondere Rechte eingeräumt, welche die andauernde Diskriminierung der nicht-weißen Einwohner des Transvaals und des Oranje-Freistaates ermöglichten. 1910 wurde schließlich die Südafrikanische Union gegründet.

Apartheidspolitik

Apartheid: Kein Zutritt für Schwarze und Hunde
Foto: Ulrich Stelzner - GFDL
1934 wurden die britische South African Party und die burische Nationale Partei zur United Party vereint, um das Verhältnis beider Gruppen zu verbessern. Allerdings kam es bereits 1939 zu einer erneuten Spaltung, weil die rechtsgerichtete, burische Nationale Partei mit Hitler-Deutschland sympathisierte und gegen einen Eintritt in den Zweiten Weltkrieg an der Seite Großbritanniens war.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs baute die weiße Minderheit unter der Führung der Nationalen Partei ihre Machtposition aus. Die Apartheid, die strikte Trennung aller Lebensbereiche nach rassistischen Grundsätzen, wurde von staatswegen ausgebaut und auf eine breite gesetzliche Basis gestellt. Dazu kamen vermehrte Entrechtung, Ausbeutung und Repressalien gegenüber den schwarzen Südafrikanern und jenen indischer und indonesischer Abstammung. Schwarze sollten dauerhaft in gesonderten Gebieten, den Bantustans bzw. Homeland, angesiedelt werden.

Vom Wirtschaftsaufschwung ab den 1960er Jahren profitierten in erster Linie Angehörige der weißen Minderheit. Durch die Apartheidspolitik geriet das Land international allerdings zunehmend ins Abseits und musste 1961 das Commonwealth of Nations verlassen, woraufhin sich die Südafrikanische Union als Republik Südafrika neu konstituierte. Den düsteren Höhepunkt erreichte die Apartheid 1976 als beim Aufstand im Township Soweto, als 176 schwarze Schüler und Studenten von Sicherheitskräften getötet wurden. Ab den 1980er Jahren stieg der internationale Druck auf die Republik Südafrika – vor allem durch wirtschaftliche Sankionen – an, um eine Lockerung der Rassentrennung zu erwirken. 1990 hob die Nationale Partei das Verbot des African National Congress (ANC), einer Anti-Apartheid-Bewegung auf und entließ Nelson Mandela – den wohl promintentesen Widerstandskämpfer – nach 27 Jahren aus dem Gefängnis. In erster Linie erfolgte dieser Schritt jedoch deswegen, weil nach zunehmendem Widerstand die Entmachtung der Nationalen Partei drohte. Schritt für Schritt wurde die Rassentrennung zumindest auf der gesetzlichen Ebene entfernt. Seit 1994 ist der ANC die Regierungspartei, der sich von den ursprünglich linksgerichteten Ideologien abwandte und wirtschaftsliberale Ideen vertritt. Eine schwarze wohlhabende Mittelschicht hat sich seither gebildet, allerdings brachte das Ende der Apartheid für Millionen schwarzer Südafrikaner kaum Verbesserungen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass rassistische Grundsätze und Ideen immer noch stark die Lebenswirklichkeit von Südafrikanern prägen. Bezeichnend dafür sind beispielsweise die fremdenfeindlichen Übergriffe schwarzer Südafrikaner auf schwarze Flüchtlinge aus Simbabwe 2008 und das mangelnde Einschreiten von Behörden und Politikern in diesem Fall.

von Gundi Jungmeier

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