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Faszination Taubensport

Taubenschwarm
© mirpic - Fotolia.com
Die Tauben sind los. Die neue Reisesaison, der nationalen Brieftaubenvereine, beginnt im April dieses Jahres. Dabei ist dieses aufwendige Hobby ein Ganzjahresjob. Züchten, pflegen, füttern und trainieren für die Preisflüge, alle diese Dinge müssen täglich berücksichtigt werden. Denn wer erfolgreich sein will, kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Nur die besten Tauben, mit besonders guten Genen und in einer hervorragenden Verfassung, schaffen es in die Elite der Sieger zu fliegen.

Die Brieftaube wurde über Jahrzehnte darauf gezüchtet von Wettflügen schnell nach Hause zurück zukehren. Dabei ist es unerlässlich nur beste Weibchen mit besten Vögeln zu paaren. um so die so genannten „Toper“ zu erzielen, denn hierbei gilt: nur die Allerbesten werden vermehrt. Tiere mit nicht zufrieden stellenden Eigenschaften werden aussortiert.

Alle Brieftaubensportler sind in Reisevereinen organisiert. Diese Vereine schließen sich zu Reisegemeinschaften zusammen. In den Monaten von April bis September finden 12 - 14 Wettflüge dieser Reisevereinigungen statt. Die Saison beginnt vorab mit Trainingsflügen, wobei die Distanzen immer mehr gesteigert werden. Hierzu werden die Tauben in einem Kabinenexpress, das ist ein Transportmittel speziell zur Taubenbeförderung erbaut, eingesetzt. Einen Tag bevor der Wettflug beginnt werden die Tauben in der Einsatzstelle in die vorgesehenen Körbe des LKW gepackt, dabei ist zu beachten, dass jede Taube mit ihrem Ring über ein so genanntes Tipes Gerät gehalten wird. Dieses Gerät speichert die Ringnummer des Tieres. Jeder Züchter schickt 20 - 60 Brieftauben.

Der Kabinenexpress fährt die Tauben über Nacht zum Auflassort. Zu Beginn einer Reisezeit werden diese Orte durch die Reisevereinigung festgelegt. Des Weiteren befinden sich diese je nach Preisflug 150 – 600 Kilometer Luftlinie von der Heimat entfernt. Jeweils nach Wetterlage werden durch bestimmte Vorrichtungen im LKW, alle Tiere zugleich losgelassen. Die 30 Prozent der Tauben, die als erstes in der heimischen Schlaganlage ankommen, werden mit einem Preis belohnt.

Auch in der heimischen Schlaganlage steht ein Tipes Gerät mit einer so genannten Antenne. Der Züchter muss vorher jede Brieftaube manuell auf diesem kleinen Computer mit Ringnummer speichern. Kommen nun die Tauben zurück zum Heimatschlag hüpfen sie über diese Antenne. Der Computer speichert sofort alle Daten, wie Ringnummer und Ankunftszeit. Mit diesem mobilen Gerät fährt der Züchter nach Wettflugende in die Einsatzhalle. Dort wird individuell jedes Gerät eines Züchters ausgelesen, um so zeitlich die besten Tauben zu bestimmen.

Meisterschaften

In Deutschland gibt es verschiedene Kategorien der einzelnen Meisterschaften. Zuerst kommt die Vereinsmeisterschaft, danach die Meisterschaft der regionalen Reisevereinigung, die Verbandsmeisterschaft und zum Schluss die Deutsche Meisterschaft. Mittlerweile sind so genannte „Loft Races“ entstanden, bei denen Brieftaubenzüchter ihre Jungtauben gegen eine Startgebühr an Rennschläge abgeben. Dort werden diese Tauben speziell auf den Wettpflug vorbereitet. Die Loft – Races finden am Ende einer Reisesaison meist im September eines Jahres statt. Dabei werden die ersten Preistauben mit Geldbeträgen für den Züchter prämiert. Der bekannteste internationale Preisflug ist der Sun Set City Cup in Südafrika. Hier gewinnt die erste Taube ein Preisgeld von 250.000 Euro.

Jungtauben

Durch gezielte Verpaarung erhofft jeder Züchter viele gute Tauben zu züchten. Hauptsächlich werden mit Männchen und Weibchen gezüchtet, welche bereits gute Wettflugresultate, erzielt haben. Durch Austausch verschiedene Tauben innerhalb eines Reisevereins bringen die Züchter neues Blut in ihre Linien. In der Regel legt die Täubin 10 Tage nach der Paarung zwei Eier, welche 17 Tage lang abwechseln von Weibchen und Männchen bebrütet werden. Jungtauben beginnen sehr früh mit Distanzflügen, denn eine Taube kann nicht auf Anhieb mehrere Hundert Kilometer zurückfliegen. Der Züchter beginnt in der ersten Trainingsphase mit wenigen Kilometern. Diese werden dann von Woche zu Woche gesteigert. In diesen Trainingswochen trennt sich die Spreu vom Weizen. Jeder erfahrene Züchter sieht genau, welche Tauben die so genannten „Toper“ werden und welche nicht.

Schläge

Viele Taubensportler schließen sich zu Schlaggemeinschaften zusammen. Der klare Vorteil zeichnet sich dadurch aus, dass Rechte sowie Pflichten durch zwei geteilt werden. Das spart nicht nur Unkosten, sondern auch Zeit. Taubenschläge können verschieden aufgebaut sein. Das Prinzip ist jedoch bei allen identisch, allerdings sollten gewisse Bedingungen erfüllt werden. Vor allen muss Platz für die Tiere geschaffen sein, mehrere Futterkippen sowie Trinkbehälter und Stroh, so dass die Tiere nicht auf dem nackten Boden sitzen. Jede Taube sucht sich für ihre Verhältnisse die passende Zelle aus. Meistens ist der komplette Schlag durch Schiebetüren in einzelne Schläge aufgeteilt, in denen Jungtauben und Alttauben separat getrennt gehalten werden.

Aktivitäten außerhalb der Wettflüge

Im Oktober beginnen die Tauben mit der Mauser, sie verlieren ihre Federn und können somit auch erst wieder fliegen, wenn das neue Federkleid gewachsen ist. Von Oktober bis März verbringen die Züchter ihre zeit meist auf Ausstellungen, Auktionen oder Versteigerungen. Hier präsentieren exklusive Züchter ihre besten Tauben, oder bieten diese zum Verkauf an. Viele Spitzenzüchter halten Vorträge über ihre persönlichen Erfahrungen und geben Tipps für die Nachkommen.

Für viele Sportsfreunde ist die Haltung von Tauben Entspannung und Faszination zugleich. Den, um das Haus fliegenden Tauben zu zusehen, gemütlich im Garten zu sitzen, ist für alle Taubenhalter, Abbau von Stress im Alltag.

von Biene76

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