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Die Arbeit macht immer mehr Menschen krank

Burnout
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Die Berufsbilder haben sich in der Vergangenheit verändert. Ein Grund hierfür dürfte der rasante Fortschritt im Bereich der Telekommunikation sein, der es beinahe unmöglich macht, nicht mehr erreichbar zu sein. Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass sich Arbeitgeber nicht mehr an geltende Tarifverträge halten. In Deutschland beträgt die tatsächliche Arbeitszeit am Arbeitsplatz im Durchschnitt 41,2 Stunden pro Woche. Damit arbeiten die deutschen Arbeitnehmer im Durchschnitt 3,6 Stunden pro Woche mehr, als in den geltenden Tarifverträgen vereinbart ist, beklagt der Europäische Gewerkschaftsbund.

Multitasking und hoher Leistungsdruck führen zu psychischen Erkrankungen

Aus dem aktuellen Stressreport geht zudem hervor, dass für 60 Prozent der befragten Arbeitnehmer, die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben eine hohe Belastung darstellt. 52 Prozent der Arbeitnehmer betrachten den hohen Leistungsdruck und die Termindichte als Ursache von psychischen Störungen. Ebenso beunruhigend ist die Tatsache, dass 35 Prozent der Befragten die Arbeitswoche länger ist als 40 Stunden, 26 Prozent angaben keine geregelten Pausen machen zu können und bei 64 Prozent der Samstag zur Arbeitswoche gehört. Aufgrund dieser Zahlen schlagen Politik und Gewerkschaften nun Alarm. Auch Krankenkassen sehen wegen der Entwicklung in den vergangenen Jahren einen dringenden Handlungsbedarf. Ein wichtiger Schritt wäre etwa, dass das Burn-out-Syndrom nicht verharmlost sondern ernst genommen wird. Zudem muss dem Körper die Chance gegeben werden sich zu erholen und zu regenerieren. Der Körper benötigt regelmäßige Phasen, in denen er sich von den psychischen Anforderungen und dem Stress befreien kann, da ansonsten dauerhafte Schäden entstehen können.

Hoher wirtschaftlicher Schaden

Nicht nur die Gesundheit der Arbeitnehmer leidet, sondern es entsteht auch ein immer größer werdender wirtschaftlicher Schaden. Es ist zu beobachten, dass die Krankheitskosten und die Kosten für Ausfallzeiten steigen. Ebenso gibt die Bundesarbeitsministerin zu bedenken, dass gravierende Krankheitsverläufe zur Frühverrentung führen können. Sie gab an, dass psychische Erkrankungen mittlerweile 41 Prozent betragen und so den Grund Nummer eins beim Thema Frührente darstellen.

Nach Angaben von Frau von der Leyen, gab es 2011 59 Millionen Arbeitsunfähig-keitstage wegen psychischer Erkrankungen. Das sei nicht nur ein Anstieg um 80 Prozent in den vergangenen 15 Jahren, es resultieren daraus auch Ausfälle in der Produktion mit einem Gesamtschaden von etwa 6 Milliarden Euro. Auch die Krankenkassen verzeichneten zwischen 2006 und 2011 einen sprunghaften Anstieg der Erkrankungen. Demnach hätten sich die Ausgaben für psychische Erkrankungen in diesem Zeitraum verdoppelt.

Beruflicher Stress muss abgebaut werden

Nach Ansicht von Bundesarbeitsministerin von der Leyen, kann bei der Arbeit Stress schon mal vorkommen, sollte aber nicht die Regel sein. Auf keinen Fall sollte der Stress krank machen. Frau von der Leyen appelliert an die Arbeitgeber, hier nach Lösungen gemeinsam zu suchen, während Arbeitgeberpräsident Hundt bereits Gesprächsbereitschaft signalisierte. Fakt ist, dass der chronische Stress reduziert werden muss. Solange es bei dieser Thematik noch keine konkreten Ergebnisse gibt, sollte der Arbeitnehmer mit Selbstdisziplin sich selbst schützen. Dies kann er machen, indem er kompromisslos festlegt, ab wann zum Beispiel das Handy für berufliche Zwecke nicht genutzt wird und dienstliche Mails nicht mehr beantwortet werden. Ab dieser Zeit sollte sich der Arbeitnehmer voll und ganz seiner Familie und seinen Hobbys widmen, um Abstand von seiner Arbeit zu erhalten. Trotzdem brachte der Stressreport auch positive Ergebnisse. Demnach gaben 80 Prozent der Befragten an, sich auf die Kollegen verlassen zu können und 75 Prozent sehen sich den beruflichen und fachlichen Anforderungen trotz Stress gewachsen. Nur 4 Prozent fühlten sich von Jobverlust bedroht.

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von Lion25

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