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Augenlasern statt Brille - Augenlaser

Augen Laser
© Jesse Barrow - Fotolia.com
Die refraktive Chirurgie, das Beheben von Fehlsichtigkeit mittels Augenlasern, erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Dabei wird die Hornhaut (Kornea) mit einem Excimerlaser neu modelliert und die Sehkraft verbessert.

Immer mehr Menschen wollen, auch wenn es medizinisch nicht unbedingt notwendig ist, die lästige Brille dauerhaft los werden, sei es aus kosmetischen Gründen oder weil die Sehhilfe im Beruf oder beim Sport hinderlich ist.

Kontaktlinsen kommen für diesen Personenkreis meist auch nicht in Frage: Entweder scheuen sie den hohen Pflegeaufwand und das lästige Einsetzen der Linsen oder sie reagieren empfindlich auf den Fremdkörper im Auge. Vor allem Kurzsichtige entscheiden sich daher für die Behebung ihrer Sehbeeinträchtigung durch Laser-OP.

Augenlasern liegt im Trend, in jeder deutschen Großstadt, aber auch zunehmend in mittelgroßen und kleineren Städten bieten Augenlaserzentren ihre Dienste an. Einige gehören zu großen internationalen Ketten, andere werden privat von Augenärzten betrieben oder sind an Abteilungen für Augenheilkunde an Krankenhäusern und Universitätskliniken angeschlossen. Im Internet kann man sich ausführlich über die verschiedenen Anbieter von Augenlaserbehandlung informieren.

Angebote vergleichen und auf TÜV-Siegel achten

Vor einem solchen gravierenden operativen Eingriff am Auge empfiehlt es sich, Vergleiche anzustellen und sich über die unterschiedlichen Methoden kundig machen. Nicht alle Augenlaserkliniken und -zentren bieten die gleichen Behandlungen an. Ein seriöses Institut stellt ausführliches Informationsmaterial zur Verfügung und führt vor der Operation ein Einführungsgespräch und eine gründliche Voruntersuchung durch, zumindest einen – oft kostenlosen – Kurzcheck: Dabei werden nicht nur die Sehschärfe und die Dicke der Hornhaut gemessen, sondern auch mögliche Vorerkrankungen thematisiert.

Wer sich die Augen lasern lassen will, sollte sich nicht scheuen, sich nach der Operationserfahrung der behandelnden Chirurgen und dem technischen Standard der eingesetzten Laser-Geräte zu erkundigen. Nur eine Qualität auf hohem Niveau in beiden Bereichen garantiert einen erfolgreichen Eingriff ohne Beeinträchtigungen und dauerhafte Störungen. Ein TÜV-Zertifizierungssiegel ist ein zuverlässiges Kriterium, ob der Patient im Augenlaserzentrum seiner Wahl in kompetenten Händen ist.

Die Methoden – PRK/LASEK und LASIK

Beim Augenlasern kommen heute unterschiedliche Verfahren zur Anwendung. Dabei entscheiden auch Art und Grad der Sehschwäche sowie die Dicke der Hornhaut über die angewandte Methode. Grundsätzlich unterscheidet die Augenchirurgie zwischen LASIK und PRK/LASEK. PRK (Photorefraktive Keratektomie) ist die älteste der angwandten Operationsformen und wird seit mehr als 20 Jahren eingesetzt, in Deutschland zum ersten Mal an der Berliner Charité. Heute wird sie besonders dann gewählt, wenn die modernere und auch schmerzfreiere Methode der LASIK (Laser in situ Keratomileusis) wegen zu dünner Hornhaut nicht zur Anwendung kommen kann.

Beim LASIK –Verfahren nimmt der Chirurg vor dem Eingriff im Auge einen sogenannten „Flap“, die oberste Hornhaut-Lamelle ab, um sie nach der OP als natürlichen Wundverband wieder auf das Auge zu setzen. Das beschleunigt nicht nur einen weitgehend schmerzfreien Heilungsprozess, sondern verhindert zudem das Eindringen von Bakterien ins frisch operierte Auge. Allerdings erfordert diese Methode ein höchst präzises Arbeiten des Operateurs, Narbenwucherungen, die eine Nachoperation erforderlich machen, sind nicht auszuschließen. Nachteil: Auch noch Jahre nach dem LASIK-Eingriff kann sich der Flap, etwa bei heftigen Erschütterungen wie zum Beispiel bei Sport- oder Autounfällen, ablösen.

Bei der PRK-Methode hingegen wird die oberste Schicht der Kornea abgetragen und die Fehlsichtigkeit direkt auf der Oberfläche der Hornhaut behoben. Der natürliche Wundverband wie bei der LASIK-OP fehlt, postoperative starke Schmerzen sind die Regel, da die Wunde auf dem Auge offen verheilen muss. Mit der sanfteren Methode der LASEK (Laser Epithelial Keratomileusis), bei der nur die alleroberste feine Deckschicht (Epithel) der Hornhaut mittels Alkohol beiseite geschoben und nach dem Eingriff an ihren alten Platz gesetzt wird, bietet sich nach wie vor eine Alternative zur heute allgemein besonders beliebten LASIK-Methode an.

Augenlasern
© ra2 studio - Fotolia.com

Erfolgsaussichten individuell abwägen

Die Erfolgsaussichten bei LASEK sind bei leichter und mittlerer Myopie (Kurzsichtigkeit) sowie bei geringer Weitsichtigkeit (Hyperopie) und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) besonders gut, bei stärkeren Werten raten der Augenarzt in der Regel zu LASIK. Als besonderer Nachteil hat sich bei den älteren Methoden der sehr langsame Heilungsprozess erwiesen, Trockenheitsgefühl und Schmerzen in den Augen müssen oft durch monatelanges Einträufeln von Augentropfen behandelt werden.

Sind die Nachwirkungen erst einmal überstanden, gilt LASEK und auch PRK, falls die individuellen Voraussetzungen stimmen, langfristig als besonders stabil und zuverlässig im Ergebnis. Im Einzelfall werden daher neben dem midizinischen Befund individuelle Lebensführung und auch berufliche Beanspruchung des Gelaserten zu berücksichtigen sein.

Allerneuste Technologie – FemtoLASIK und iLASIK

Auch bei der Augenlaserbehandlung hat der technologische Fortschritt nicht halt gemacht. Vor allem große, international operierende Augenlaserzentren bedienen sich heute modernster Laser-Methoden wie FemtoLASIK und iLasik. Die FemtoLASIK wurde 2001 in den USA entwickelt und ist seit 2004 auch in Deutschland verfügbar. Anders als noch die herkömmliche LASIK, bei der die Fehlsichtigkeit mit einem kleinen Hobel, dem sogenannten Mikrokeratom, auf der Hornhaut wegmodelliert wird, kommt zu diesem Zweck bei der neuen Methode neben dem Excimer-Laser der sekundenschnelle und äußerst präzise Femtosekundenlaser zum Einsatz. Daher wird dieser Eingriff auch „Laser ohne Messer“ genannt. Die Methode gilt als besonders schonend und wurde auch bei stärkerer Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung erfolgreich eingesetzt. Komplikationen und Nachoperationen gelten als selten, Langzeitstudien liegen allerdings aufgrund der kurzen Existenz dieser Methode noch nicht vor. Zudem ist der Eingriff wegen der aufwendigen Technologie äußerst kostspielig.

Besonders teuer und derzeit nur in wenigen Augenlaserzentren im Einsatz ist iLasik, wobei das „i“ für „intralase“ steht. Bei dieser Methode, mit der die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA Fehlsichtigkeiten bei ihren Astronauten beheben lässt, wird die jeweils andere Beschaffenheit des individuellen menschlichen Auges berücksichtigt. Dabei wird mit Hilfe eines biometrischen Messverfahrens die Brechkraft an 250 Punkten des Auges präzise per Computer berechnet und anschließend mit dem Laser optimal angepasst korrigiert.

Weiterlesen auf der Webseite der Augenklinik in Linz

Risiken und Ausschlusskriterien

Wie jeder operativer Eingriff ist auch Augenlasern nicht ohne Risiken. Veraltete Geräte, ein unerfahrener Operateur und die falsche Methode im individuellen Fall sind die häufigsten Verursacher unerwünschter Nachwirkungen. Neben Trockenheitsgefühl und schwankender Sehschärfe gehören Entzündungen und Narbenwucherungen zu den häufigsten Komplikationen, eine Nachoperation oder das Tragen weicher Kontaktlinsen sind möglicherweise nötig.

Den Heilungsprozess beschleunigt, wer sich genau an die Anweisungen des Arztes hält und Nachsorgetermine regelmäßig wahr nimmt. Beeinträchtigungen wie Doppel- und Schattenbilder, sogenannte „Halos“ und ähnliche optische Beeinträchtigungen verschwinden in der Regel nach einiger Zeit von selber. Autofahrer sollten in dieser Zeit ihr Fahrzeug besser stehen lassen. Besonders häufig treten solche lästigen Phänomene nach Laserbehandlungen von Weitsichtigkeit und bei sehr starker Kurzsichtigkeit auf. Bei einer Myopie von mehr als -10 Dioptrin raten Augenchirurgen von einer Laserbehandlung beim derzeitigen Stand der Technik in der Regel ab. In solchen Fällen bietet sich das operative Einsetzen fester Kontaktlinsen an, die die meisten Augenlaserzentren alternativ im Angebot haben.

Jugendliche unter 18 Jahren werden in seriösen Augenlaserkliniken nicht operiert, da sich die Fehlsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen noch verändert. Andere Ausschlusskriterien sind Schwangerschaft, schwankende Fehlsichtigkeit auch im Erwachsenenalter und Augenleiden wie Grüner und Grauer Star. Die Kosten für ein Laseroperation am Auge werden von den Krankenkassen nicht bezuschusst und müssen privat bezahlt werden. Viele Anbieter für refraktive Chirurgie bieten allerdings die Möglichkeit der Ratenzahlung an.

von "textkrispien"

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